Sicherheit
Phishing-Mails wollen Sie zu einer schnellen, unüberlegten Handlung drängen. Die drei verlässlichsten Warnsignale sind:
Die wichtigste Regel: Klicken Sie nie auf Links in E-Mails, die Zugangsdaten verlangen. Öffnen Sie stattdessen die Seite selbst – über ein Lesezeichen oder durch Eintippen der Adresse. Damit entschärfen Sie die überwiegende Mehrheit aller Phishing-Versuche.
Früher galt: Schlechtes Deutsch verrät die Fälschung. Das stimmt nicht mehr. Aktuelle Phishing-Mails sind sprachlich sauber, verwenden echte Logos und kopieren das Layout des Originals bis ins Detail. Auch gefälschte Webseiten haben inzwischen fast immer ein Schloss-Symbol und eine HTTPS-Verschlüsselung.
Verlassen Sie sich daher nicht auf das Aussehen, sondern auf die Struktur: Was will die Mail von mir, und passt der Absender zum Anliegen?
"Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt." "Letzte Mahnung." "Ungewöhnliche Aktivität festgestellt."
Das ist das Kernmerkmal von Phishing. Unter Druck prüfen Menschen weniger sorgfältig – genau darauf setzen die Absender. Ihre Bank setzt Ihnen bei einem echten Problem keine 24-Stunden-Frist per E-Mail.
Fahren Sie mit der Maus über den Link, ohne zu klicken. Unten links im Programm erscheint die echte Zieladresse. Am Smartphone halten Sie den Link gedrückt, bis eine Vorschau erscheint.
Achten Sie auf die Stelle direkt vor dem ersten einzelnen Schrägstrich – das ist die eigentliche Domain:
sparkasse.de/login → echtsparkasse.sicherheit-check.ru/login → gefälscht, die Domain ist sicherheit-check.rusparkasse-sicherheit.de → gefälscht, ein Bindestrich macht daraus eine völlig andere DomainDer Trick funktioniert, weil unser Auge den bekannten Namen sucht und dort aufhört zu lesen.
Keine Bank, kein Zahlungsdienst und kein Online-Shop fragt per E-Mail nach PIN, TAN, Passwort oder vollständiger Kartennummer. Nicht zur "Verifizierung", nicht zur "Sicherheitsüberprüfung", nicht zur "Reaktivierung".
Diese Regel hat keine Ausnahme. Wenn eine Mail Zugangsdaten will, ist sie gefälscht.
"Sehr geehrter Kunde", "Lieber Nutzer" oder eine Anrede mit Ihrer E-Mail-Adresse statt Ihrem Namen ist ein Warnsignal – Ihre Bank kennt Ihren Namen.
Umgekehrt gilt aber nicht: Eine korrekte Anrede ist kein Beweis für Echtheit. Namen und Adressen stammen oft aus früheren Datenlecks.
E-Mail-Programme zeigen standardmäßig nur den Anzeigenamen. Der ist frei wählbar – jeder kann sich "Sparkasse Kiel" nennen.
Lassen Sie sich die vollständige Absenderadresse anzeigen. Steht dort etwas wie service@spk-kiel-sicherheit.info, ist die Sache klar. Aber Vorsicht: Absenderadressen lassen sich auch fälschen. Eine echt aussehende Adresse ist deshalb ebenfalls kein Beweis.
Rechnungen, Mahnungen oder Lieferscheine als Anhang, obwohl Sie nichts bestellt haben. Besonders gefährlich sind Dateien, die auf .exe, .zip, .scr oder .html enden. Auch Office-Dokumente, die beim Öffnen zum "Aktivieren von Makros" auffordern, sind ein klares Warnsignal.
Öffnen Sie im Zweifel nichts, sondern prüfen Sie in Ihrem Kundenkonto beim betreffenden Anbieter, ob es die Rechnung wirklich gibt.
Eine DHL-Benachrichtigung, obwohl Sie nichts erwarten. Eine PayPal-Mahnung, obwohl Sie kein PayPal-Konto haben. Eine Mail Ihrer "Bank", bei der Sie nicht Kunde sind.
Phishing wird massenhaft verschickt. Die Absender wissen nicht, welche Dienste Sie nutzen – dieser Fehler ist deshalb häufig und gut erkennbar.
Die Aufforderung, per Gutscheinkarte, Kryptowährung oder Überweisung an eine Privatperson zu zahlen. Kein seriöses Unternehmen verlangt das. Kommt so eine Bitte scheinbar von einem Angehörigen oder Vorgesetzten, rufen Sie die Person unter der Ihnen bekannten Nummer an – nicht unter der aus der Mail.
Bevor Sie in einer E-Mail klicken, stellen Sie sich drei Fragen:
Bei Zweifeln an einer der Fragen: Mail schließen. Öffnen Sie die Seite selbst über Ihr Lesezeichen. Gibt es das angebliche Problem wirklich, sehen Sie es auch in Ihrem Kundenkonto.
Ruhe bewahren, aber zügig handeln.
Wenn Sie nur den Link geöffnet haben, aber nichts eingegeben: Das ist in der Regel unproblematisch. Schließen Sie die Seite und führen Sie einen Virenscan durch.
Wenn Sie Zugangsdaten eingegeben haben:
Wenn Sie Geld überwiesen haben: Sofort die Bank anrufen. Bei sehr schnellem Handeln lässt sich eine Überweisung manchmal noch zurückholen.
Und: Sprechen Sie darüber. Wer schon einmal gehört hat, wie eine Betrugsmasche funktioniert, erkennt sie deutlich schneller wieder.
Sie sind unsicher, ob eine E-Mail echt ist? Fragen Sie lieber einmal zu oft nach, als einmal zu klicken.
Wir richten bei Ihnen zu Hause ein sicheres Setup ein – Passwort-Manager, Zwei-Faktor-Authentisierung, ordentliche Backups – und erklären in Ruhe und ohne Fachchinesisch, worauf Sie im Alltag achten sollten. Auf Wunsch gehen wir auch gemeinsam Ihren Posteingang durch. In Kiel und Umgebung kommen wir zu Ihnen.