Netzwerk
Wenn Ihr WLAN langsam ist, liegt das in den meisten Fällen nicht an Ihrem Internetanschluss, sondern an der Funkstrecke zwischen Router und Gerät. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge:
Der wichtigste Schritt ist Nummer 2 – er sagt Ihnen, ob Sie überhaupt ein WLAN-Problem haben oder ein Anschluss-Problem.
Bevor Sie irgendetwas umstellen, brauchen Sie zwei Messwerte.
Messung 1 – per Kabel. Verbinden Sie einen Laptop mit einem Netzwerkkabel direkt mit dem Router und führen Sie einen Speedtest durch. Nutzen Sie dafür am besten den Speedtest der Bundesnetzagentur, weil dessen Ergebnisse auch bei einer Beschwerde beim Anbieter zählen.
Messung 2 – per WLAN, am selben Ort wie sonst.
Jetzt vergleichen Sie:
Diese zwei Minuten sparen oft einen ganzen Nachmittag Fehlersuche an der falschen Stelle.
Das ist die häufigste Ursache und die am einfachsten zu behebende. WLAN breitet sich kugelförmig aus und wird von Material gedämpft. Besonders schlecht sind:
Typische Fehler: Router im Keller, im Schrank, hinter dem Fernseher oder direkt neben dem Sicherungskasten.
Besser: freistehend, etwa auf Hüfthöhe oder höher, möglichst zentral in der Wohnung. Zwischen Router und häufig genutzten Räumen sollten so wenige Wände wie möglich liegen. Schon ein Meter Verschiebung aus einer Nische heraus kann einen deutlichen Unterschied machen.
Moderne Router senden auf zwei Frequenzbändern gleichzeitig:
2,4 GHz hat eine größere Reichweite und durchdringt Wände besser, ist aber langsamer und stark überfüllt – auch Mikrowellen, Bluetooth-Geräte und Babyfone funken hier.
5 GHz ist deutlich schneller und meist viel freier, hat aber weniger Reichweite und tut sich schwerer mit Wänden.
Viele Router bieten beide Bänder unter demselben Namen an und entscheiden selbst, welches ein Gerät benutzt. Diese Automatik trifft nicht immer die beste Wahl – Geräte "kleben" gern am langsameren 2,4-GHz-Band, obwohl 5 GHz verfügbar wäre.
Was hilft: Vergeben Sie testweise für beide Bänder unterschiedliche Netzwerknamen, zum Beispiel mit dem Zusatz "-5G". Dann sehen Sie, welches Band Ihr Gerät nutzt, und können bewusst wählen. Für Geräte in Router-Nähe – Fernseher, Arbeitsplatz-PC – nutzen Sie 5 GHz, für weit entfernte Geräte 2,4 GHz.
In Mehrfamilienhäusern ist das ein echtes Problem. Wenn zehn Nachbarn auf demselben Kanal funken, teilen sich alle die Kapazität.
Die meisten Router haben eine Automatik, die den besten Kanal wählt. Die läuft aber oft nur beim Neustart. Ein simpler Router-Neustart kann deshalb schon helfen – er löst eine neue Kanalwahl aus.
Bei einer FRITZ!Box finden Sie das unter WLAN → Funkkanal. Dort zeigt Ihnen die Übersicht, welche Kanäle in der Umgebung belegt sind. Steht die Einstellung auf einem sichtbar überfüllten Kanal, setzen Sie sie auf "Funkkanal automatisch festlegen" oder wählen Sie manuell einen freien.
Im 2,4-GHz-Band überlappen sich die Kanäle. Nur 1, 6 und 11 sind wirklich unabhängig – ein Wechsel von Kanal 6 auf 7 bringt daher praktisch nichts.
Das überrascht viele: Ein sehr alter WLAN-Client kann das gesamte Netz ausbremsen. Weil der Funkkanal geteilt wird, blockiert ein langsam sendendes Gerät die Luft länger für jede übertragene Datenmenge.
Typische Kandidaten sind alte Drucker, Smart-Home-Zwischenstecker, Überwachungskameras und Tablets, die seit Jahren in der Schublade liegen.
Was hilft: Schalten Sie nicht genutzte WLAN-Geräte ab. Alte Drucker und Kameras schließen Sie besser per Netzwerkkabel an. In der Geräteliste Ihres Routers sehen Sie, was tatsächlich verbunden ist – oft sind das mehr Geräte als erwartet.
Ein Repeater verstärkt kein Signal, er wiederholt es. Was er empfängt, gibt er weiter – ist der Empfang am Repeater schon schlecht, verteilt er ein schlechtes Signal. Zusätzlich halbiert ein einfacher Repeater die Geschwindigkeit, weil er abwechselnd empfängt und sendet.
Der klassische Fehler: Der Repeater wird dort aufgestellt, wo das WLAN schlecht ist. Richtig ist die Mitte zwischen Router und Problemzone, an einer Stelle mit noch gutem Empfang.
Die bessere Lösung ist fast immer ein Mesh-System: mehrere Stationen, die als ein Netz zusammenarbeiten und Geräte automatisch an die beste Station übergeben. Wo möglich, verbinden Sie die Stationen per Netzwerkkabel oder Powerline – dann entfällt der Geschwindigkeitsverlust ganz.
Router altern schlecht. Ein Gerät, das acht Jahre durchgelaufen ist, hat oft veraltete Funkstandards und bekommt keine Sicherheitsupdates mehr.
Als Orientierung: Ab Wi-Fi 5 (802.11ac) ist ein Router brauchbar, Wi-Fi 6 ist der aktuelle Standard für neue Geräte. Vor allem bei vielen gleichzeitig genutzten Geräten spielt Wi-Fi 6 seine Stärke aus.
Prüfen Sie in jedem Fall, ob Firmware-Updates verfügbar sind – die verbessern häufig auch die Funkleistung. Und falls Sie den Router von Ihrem Anbieter gemietet haben: Fragen Sie nach einem Austausch gegen ein aktuelles Modell.
Manchmal ist alles in Ordnung und ein einzelner Dienst ist langsam. Prüfen Sie, ob das Problem nur bei einer bestimmten Anwendung auftritt oder überall, und ob es nur auf einem Gerät auftritt oder auf allen.
Nur ein Gerät betroffen? Dann liegt es an diesem Gerät – veralteter Treiber, vollgelaufener Speicher, Energiesparmodus für die WLAN-Karte. Nur ein Dienst betroffen? Dann liegt es an dessen Servern.
Manche Wohnungen sind funktechnisch einfach schwierig – dicke Altbauwände, Fußbodenheizung, ungünstiger Anschlusspunkt. Dann hilft kein Umstellen, sondern eine durchdachte Netzwerkplanung.
Wir messen die Signalstärke bei Ihnen vor Ort in jedem Raum, finden die tatsächliche Ursache und richten das Netzwerk passend ein – ob mit Mesh, Powerline oder Netzwerkkabel. In Kiel und im Umkreis von rund 50 Kilometern kommen wir zu Ihnen nach Hause.